Kniefall der Hofburg vor den Linksextremen
Rot-weiß-roter Gesinnungsterror
Wie ein Paukenschlag wirkte am 1. Dezember die Pressemeldung von der „Hofburg Vienna“ durch deren Geschäftsführerin Renate Danler. „Wiener Korporationsball 2012 zum letzten Mal in der Hofburg Vienna“ so der Titel der Aussendung. Die Räumlichkeiten der Hofburg stünden „jedem Veranstalter offen, der auf Grundlage der Gesetze konstituiert ist, dessen Veranstaltung nicht gegen das Gesetz verstößt und der unsere Vertragsbedingungen einhält.“ Und weiter: „Aufgrund der aktuellen politischen und medialen Dimension, welche die Abhaltung des WKR-Balles in den letzten Jahren angenommen hat, beschließt die Wiener Hofburg Kongresszentrum BetriebsgmbH, für den Korporationsball nach der Ballsaison 2012 nicht mehr als Veranstaltungsstätte zur Verfügung zu stehen.“ Am liebsten wäre es der Hofburg, wenn man auch den für 27. Jänner 2012 geplanten Ball absagen würde.
In den Tagen vor dem 1. Dezember wurde von den Linken mit einer neuen Strategie vorgegangen, welche von Alexander Pollak von SOS Mitmensch (wie widersinnig) konzipiert wurde. Nicht die Republik Österreich als Eigentümer der Hofburg wurde verbal angegriffen, sondern die Eigentümer der Betreibergesellschaft. Aufhänger war der angeblich bewußt von den Ballorganisatoren gewählte 27. Jänner, welcher auch der Holocaustgedenktag ist. „Daß eine rechtsextrem durchsetzte Vereinigung am Holocaustgedenktag in einem staatstragenden Gebäude wie der Hofburg ein Fest abhält, ist unerträglich. Das kommt einer Verhöhnung der Opfer des Holocaust und der Opfer von rechtsextremer Gewalt gleich.” So Pollak in einer Presseaussendung am 17. November 2011.
Erste Erfolge
Am 30. November erfolgte die nächste Aussendung, und Pollak verkündete schon einleitend „Der Widerstand gegen den für den 27. Jänner geplanten Ball des Wiener Korporationsrings in der Hofburg wächst und hat nun auch die Gesellschafter des Kongreßzentrums Hofburg erfaßt.“ Namentlich wurden die Casinos Austria (zu etwa
2 % Eigentümer) erwähnt, welche mitteilten, daß sie „jede Form von Extremismus entschieden ablehnen und Organisationen, die die nötige Distanz zu einschlägigem Gedankengut vermissen lassen, keine Bühne geben wollen.“ Daher werde sich der Vertreter von Casinos Austria in der Generalversammlung am 1. Dezember gegen die Abhaltung dieses Balls aussprechen. Anschließend wurden die anderen Eigentümer (siehe Kasten) namentlich aufgefordert, den Casinos zu folgen.
Am ersten Dezember wurde dann einstimmig beschlossen, den Wiener Korporationsball nach 43 Jahren, in denen er stets am Freitag vor dem letzten Samstag im Jänner stattfand (soviel zur angeblich bewußten Wahl des Holocaustgedenktages als Datum des Balls!), aus der Hofburg zu verbannen.
Neben den Ball-Organisatoren (Vorsitzender Udo Guggenbichler), die sich erschüttert zeigten, übte auch der freiheitliche Klubobmann und BPO Heinz-Christian Strache scharfe Kritik an den Eigentümern, welche „offenbar nunmehr dem linken Mobbing und dem Druck der Straße nachgegeben haben“. Strache zeigte sich auch verwundert über die in der Aussendung vom 1. Dezember geäußerte Neutralität und die im gleichen Atemzug ausgesprochene Ausladung aufgrund der „politischen und medialen Dimension“.
„Feige Bourgeoisie“ unter Druck setzen
Martin Graf, dritter Präsident des österreichischen Nationalrates, in einer Stellungnahme in Richtung Casinos Austria: „Es ist traurig festzustellen, daß die Eigentümervertreter der Betreiber, die allesamt zur feigen Bourgeoisie gehören, einem extremistischen Druck von links nachgeben und damit an sich geschäftliche Vorgänge politisch motiviert beeinflussen”. Graf zeigte sich zuversichtlich, daß es in Österreich genügend geschäftliche Alternativen zu den Eigentümern der Betreibergesellschaft gebe. Thomas Hüttner
Eigentümer der Betreibergesellschaft:
- Austria Hotels Betriebs GmbH [24,99%] (office@austria-hotels.at)
- Danube Hotel-Betriebsges.m.b.H. bzw. Hotel InterContinental Wien [24,99%] (vienna@ihg.com)
- Österreichisches Verkehrsbüro AG bzw. Ruefa Reisebüro [12,5%] (info@ruefa.at)
- Hotel Sacher, Eduard Sacher GmbH (Hotel Sacher Wien) [12,51%] (wien@sacher.com)
- Schick-Hotels Betriebs GmbH [17%] (schick@schick-hotels.com)
- Casinos Austria AG [2,08%] (office@casinosaustriainternational.com)
- Frank Dorothea [5,2%] (e-Post unbekannt)